Das Nibelungenlied - die große europäische Sage

- Faksimile der Nibelungenhandschrift C
Wie ein roter Faden zieht sich der Nibelungenmythos durch die Geschichte.
Entstanden als Teil der europäischen Sagenfamilie, wurden seit der Zeit der
Völkerwanderung Geschichten um die Helden und ihre Mythen mündlich weitergegeben. Ende des 12. Jahrhunderts fasste dann ein heute unbekannter Dichter verschiedene dieser Sagen zusammen und schrieb das Nibelungenlied. Die Bedeutung dieses in nur wenigen mittelalterlichen Handschriften und Fragmenten erhaltenen Epos sollte erst Jahrhunderte später deutlich werden.
Mit dem Wiederauffinden der ersten der Nibelungenhandschriften Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Geschichte um Siegfrieds Tod und Kriemhilds Rache zunächst zur „teutschen Ilias" verklärt, später zum Symbol des Widerstandes gegen Frankreich und - aufs engste mit dem Gründungsmythos verbunden
- zum Nationalepos der sich bildenden deutschen Nation. Gesellschaft und Politik, Kunst und Kultur vereinnahmten die Nibelungensage und instrumentalisierten sie für ihre Zwecke.
Das Museum Nibelungen(h)ort zeigt den Gebrauch und Missbrauch eines nationalen Mythos vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse.
Spannend, multimedial und aktuell in Politik, Gesellschaft, Literatur, Malerei, bildender Kunst und Film. Bis zum heutigen Tag sind die Nibelungen fester Bestandteil der europäischen Kultur.
Besonders betont wurde dies auch durch die UNESCO, die drei der Nibelungenhandschriften 2009 zum Weltdokumentenerbe erklärte.




